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Wie fühlt sich das für Dich an „Sich wie ein Idiot fühlen?“ Wahrscheinlich nicht so gut. Und wenn Du mich ein bisschen kennst, wirst Du wissen, dass ich das auch nicht zu 100% so meinen kann. Trotzdem hat es einen sehr wahren und ernsten Kern. Ich will Dir die Geschichte dazu erzählen:

Ich habe neulich, auch nach 15-jähriger Network-Praxis ein Video angesehen, in dem ich folgendes erfahren habe: Ein im Grunde genommen erfolgreicher Networker, der am Ende seiner Schlauheit war, wie er sein Geschäft weiter ausbauen konnte, hatte das Gefühl, dringend eine Auszeit zu brauchen. Er fühlte sich total ausgebrannt, ohne dass er schon die Lust am Geschäft verloren hatte. Aber er spürte, dass er nicht mehr effektiv war. Er spürte, das er keine Nerven mehr hatte, Menschen zuzuhören. Er spürte, dass er sich im Kreise drehte. Und dann kam plötzlich aus heiterem Himmel dazu, dass das Unternehmen, mit dem er zusammen arbeitete, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. Als Führungskraft bekam er das früher mit als die Masse der Partner; also konnte er sich auch früher Gedanken machen, wie er der Situation begegnen könnte. Aber er fühlte sich nicht mehr kraftvoll.

Er wußte, er musste raus!

Also sagte er zu seiner Familie: „Meine Lieben, ich ziehe mich zwei Monate in unser Haus auf Hawaii zurück und sammle dort Kraft, um neu zu starten. Das hat nichts mit euch zu tun, ihr könnte mich jederzeit besuchen kommen„. Gesagt, getan, er flog und zog sich ins Haus am Strand zurück.

Dort brauchte er ein paar Tage, die er mit Nichtstun verbrachte. Das heisst, Nichtstun ist das falsche Wort; er ließ es zu, dass sein Hirn sich wieder ordnete. Und er begann sich zu erinnern, was er getan hatte als er begonnen hatte als Networker zu arbeiten. Er hatte telefoniert wie ein Weltmeister und jeden Tag mindestens zehn Leuten von seinem Geschäft erzählt. Zuerst leistete sein Hirn Widerstand dagegen. Er war noch nicht weit genug in der Ruhe angekommen. Er weigerte sich noch, jeden Tag das zu tun, das er den Massen seiner Partner beigebracht hatte, nämlich Basisarbeit zu leisten. Irgendwann fiel ihm wieder ein, einmal von einem seiner Upline-Partner gehört zu haben: „Ein guter Networker beginnt mindestes einmal im Jahr bei Null„. Zunächst noch Widerstand gegen diese „Idioten“-Arbeit, die nichts mit „Auf der Bühne stehen“ zu tu hatte, und wenig mit Anerkennung. Aber Schritt für Schritt kam seine Weitsicht zurück.

Eines Tages gab er sich einen Ruck und nahm das Buch zur Hand, das bei uns „Gelbe Seiten“ heisst. Zunächst noch etwas skeptisch angesichts dieser Niederung des Networker-Lebens, begriff er doch bald, dass dieses Buch nichts anderes als Kontakte enthielt; und zwar kleine und mittlere Unternehmen. Das waren genau die Kontakte, die er in der Frühphase seiner Networker-Karriere, jeden Tag angesprochen hatte. Und damals hatte er Erfolg damit. Aber damals trug er auch noch keine goldene Networker-Krone!

Eines Tages setzte er sie ab

Er nam sich das Telefonbuch her und begann wie ein Besessener zu telefonieren. Beginnend bei „A“ mit dem Ziel nicht zu ruhen bis er „Z“ erreicht haben würde. Er war rhetorisch gut; er verstand alles von Menschen; er überblickte genau das Geschäft. Später erzählte er in einem Video, wie er sich damals gefühlt hatte.

  • Neun von zehn der Angerufenen legte einfach wieder auf.
  • Er wurde als Gangster beschimpft.
  • Er wurde mißverstanden.
  • Ihm wurde Interesse geheuchelt, nur um ihn loszuwerden.
  • Er verbrachte Zeit mit Menschen, die ihm alles Mögliche versprachen, und eigentlich nur plaudern wollten.
  • Er realisierte, dass die Not von Menschen noch nicht ausreicht, um sie in Bewegung zu bringen.
  • Und ebenso reichte eine Krankheit offenbar nicht aus, etwas dadegen zu tun.

Irgendwann saget er sich: „Es fühlt sich an, wie unter die Idioten gefallen„. Und: „Ich fühle mich selbst wie ein Idiot„. Damals als er angefagen hatte, hatte er dieses Gefühl noch nicht, weil er Mißerfolge damals auf seine eigene Unzulänglichkeit zurück führte. Heute wußte er, dass die Idioten die Mehrheit bildeten.

Aber er ließ nicht locker; er telefonierte weiter.

Eines Tages hatte er einen Mann am Telefon, der ihm erzählte, das er total pleite war, im Keller seiner Schwester auf einer Matraze schlief, dass er Millionen in windige Fianzgeschäfte gesteckt hatte, und alles verloren hatte. Und dass er momentan nicht weiter wusste, weil ihn seine Gläubiger nicht finden sollten.

Dieser Mann war einmal einer der reichsten Führungskräfte bei einem großen bekannten Network-Unternehmen gewesen (der Name ist dem Verfasser bekannt). Und er hatte eine Downline mit ca. 1 Million Partnern aufgebaut. Partner, die offenbar noch immer aktiv waren, und die vor allem noch immer Vertrauen zu ihm hatten. Einige hatten ihm auch schon mit Geld ausgeholfen, denn das Unternehmen hatte irgendwann den Account gesperrt, nachdem der Gerichtsvollzieher aufgetaucht war. Diesen Mann schrieb unser Telefon-Networker ein.

Und nach einem Jahr verdienten beide wieder Millionen.

Wenn unser Telefonierer es hätte dabei bewenden lassen, dass es unter seiner Würde gewesen wäre, sich „wie ein Idiot“ zu fühlen, hätte er diesen Mann nie kennengelernt. Und er hätte nie den Turn aus seiner eigenen Depression gefunden; und er hätte diese Millionen nie verdient. ….. Und jetzt kommt ´s!

Bis hierhin könnte das eine schöne Networker-Story sein, die man so in diversen Büchern wiederfindet, und mit denen man sich seinen Feierabend versüßen könnte. Möglicherweise kann man sie auch auf seinem nächsten Meeting erzählen, und so seine inaktiven Partner beeindrucken. Aber das reicht nicht!

Ich habe diesen Schritt für mein Network-Geschäft selbst nachvollzogen.

Ich habe mir meine Akquise-Liste aus alten unbenutzen Business-Kontakten hergenommen. Ich habe oben quer einen Schriftzug abgebracht, der so aussieht:

Telefon Akquise Kaltakquise

Und ich habe mit einer großen Stoik begonnen zum Thema „Gesundheits-Management in Betrieben“ zu telefonieren. Auch ich habe absonderliche Reaktionen bekommen; aber ich habe nicht aufgehört. Jeden Tag habe ich die Telefon-Session mit der Gewissheit begonnen „Du wirst Dich irgendwann wie ein Idiot fühlen“. Aber es war nicht so. Aktives Interesse; freundliche Reaktionen (meistens); das Gefühl, mit dem richtigen Thema zur richtigen Zeit unterwegs zu sein. Ich habe vor allem eines gemacht: Ich habe mich nicht auf „zehn neue Kontakte fokussiert“, sondern auf „fünf erfolgreiche verschickte eMail-Einladungen“ zu meinem Geschäft; also auf ein messbares Resultat.

Und ich habe die ersten konkreten Unternehmen als Kunden gewonnen.

That ´s it, was ich meine. Mehr dazu: SunnySideBusinessClub.com/Team